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| Inhalt Lolita Cassard ist eine junge Frau aus Paris, die mit sich und der Welt hadert, weil sie nicht annähernd so schlank und begehrenswert aussieht wie die Models in den Hochglanzmagazinen. Dabei wäre sie gerne schön – zumindest in den Augen ihres Vaters. Doch Etienne Cassard ist ein eitler, einflussreicher, umschwärmter Schriftsteller, der die Menschen in seiner Umgebung kaum beachtet, aber dafür sich selbst umso mehr Aufmerksamkeit schenkt. Erstaunlich genug, dass er mit Pierre Miller einen jüngeren Kollegen unter seine Fittiche nimmt, der die Hoffnung auf Ruhm und Erfolg längst begraben hatte – bis zu jenem Tag, an dem er seinen Gönner kennen lernt. Ein Zufall, über den sich Pierres Frau, die Gesangslehrerin Sylvia Miller, unbändig freut - zunächst jedenfalls. Vom Talent ihres Mannes ist sie nämlich felsenfest überzeugt, während sie an ihren eigenen Fähigkeiten sowie an denen ihrer Schülerin Lolita Cassard zweifelt. Schließlich findet aber gerade Lolita den Mut, das Selbstbewusstsein und einen Weg, mehr als ein ungeliebtes Anhängsel zu sein. Sie alle – Etienne, Pierre, Sylvia und Lolita – glauben stets zu wissen, was sie an Stelle der anderen tun würden. Doch sie haben keinen blassen Schimmer, wie man sich selbst richtig verhält... Langinhalt Lolita – das klingt nach Verführung, nach Schönheit, nach dem süßen Schmelz der Jugend. Doch mit der hübschen Nymphe des russischen Romanautors Vladimir Nabokov hat die junge Pariserin Lolita Cassard leider nur den Vornamen gemein. Vielleicht guckt sie deshalb so grimmig. Als wolle sie es irgendwann allen heimzahlen. Als habe sie über die zahlreichen Verletzungen, die ihr im Lauf der Jahre zugefügt wurden, Buch geführt. Freunde, Verwandte, Lehrer dürften darin stehen, die Namen all jener Menschen, über die sie sich geärgert hat. Denn mit ihren 20 Jahren musste die extrem unsichere Lolita (Marilou Berry) schon ungezählte Schmähungen erdulden. Blaue Flecken auf der Seele holt sie sich in erster Linie bei ihrem Vater Etienne (Jean-Pierre Bacri). Der ist Schriftsteller, berühmt und selbstgefällig, ein Egozentriker, wie er im Buche steht. Einer mit ausgeprägtem Sinn dafür, seinen Mitmenschen auf die Füße zu treten – falls er nicht gerade mit sich selbst beschäftigt ist. Und wenn er seine Tochter doch mal wahrnimmt, verdirbt ihm die Tatsache, dass sie weder ausgesprochen hübsch noch besonders schlank ist, sondern dick und eher unscheinbar, die chronisch schlechte Laune noch ein bisschen mehr. Seit Jahren kämpft Lolita um die Zuneigung und Anerkennung dieses Mannes. Dummerweise liegt ihre Stärke nicht darin, kluge Dinge zu sagen, ihre Gefühle, Probleme und Sorgen so zu artikulieren, dass sie Gehör finden. Ein zaghafter Versuch folgt zwar dem anderen, doch weil sie in der Regel misslingen, zieht sich Lolita, verletzt und beleidigt, immer wieder in ihr Schneckenhaus zurück. Dabei stößt sie sogar die Menschen vor den Kopf, die sie um ihrer selbst willen mögen – beispielsweise den jungen Journalisten Sébastien (Keine Bouhiza). Den verletzt sie mit der Unterstellung, sich nur deshalb mit ihr abzugeben, weil sie die Tochter eines Prominenten sei und daher von potentiellem Nutzen. Auch Sylvia (Agnès Jaoui), Lolitas Gesangslehrerin, ist von ihrer Schülerin genervt. Zwar attestiert sie ihr eine ausgesprochen schöne Stimme, findet aber, dass sie viel zu pampig und griesgrämig durchs Leben geht. Sylvias Gleichgültigkeit schlägt allerdings in Begeisterung um, als sie erfährt, wer Lolitas Vater ist. Danach dauert es nicht sehr lange, bis sie und ihr von Selbstzweifeln geplagter Ehemann Pierre, ein bisher erfolgloser Autor (Laurent Grévill), in Etienne Cassards erlauchten engeren Zirkel von Schmeichlern, Ja-Sagern und Vasallen zugelassen werden. Dort lernt das Paar unter anderem Cassards Assistenten Vincent (Grégoire Oestermann) kennen, der sich seit einer halben Ewigkeit gefallen lässt, dass sein Chef ihn wahlweise ausnutzt oder sich auf seine Kosten amüsiert. Und sie begegnen Cassards zweiter Frau Karine (Virginie Desarnauts), die kaum älter ist als Lolita, gertenschlank, bildhübsch und im Grunde ihres Herzens ein guter Mensch; doch obwohl sie Cassard eine Tochter geboren hat, hört er kaum hin, wenn sie den Mund aufmacht. Die Einladung, ein Wochenende in Cassards Landhaus zu verbringen, nehmen Sylvia und Pierre begeistert an. Zumal in der Dorfkirche ein Konzert stattfinden soll, bei dem Lolita erstmals vor Publikum auftreten will. Es wäre für Etienne die Gelegenheit zu zeigen, dass er womöglich doch ein liebevoller Vater ist. Die Hoffnung auf entspannte Tage unterm Sonnenschirm trügt jedoch: Konflikte brechen auf, die dem Gastgeber und seinen Gästen ihre Schwächen und Stärken dermaßen deutlich vor Augen führen, dass nach dem Konzert nichts mehr sein wird wie vorher. Und endlich findet auch Lolita den Mut, das Selbstbewusstsein und einen Weg, mehr als ein ungeliebtes Anhängsel zu sein... |